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Das Gebäude des Bundesrates im
Berliner Stadtbild 1904 bis 2004
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Wertheimgelände

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Barzahlung, Festpreis, Rückgaberecht sind die Neuerungen des Kaufhauses Wertheim, die den großen Erfolg bei der Kundschaft begründen und die etablierten Einzelhändler bedrohen. Die Arbeitsbedingungen für die hauptsächlich weiblichen Angestellten sind sehr gut.

1892
Wertheim sichert sich das Grundstück Leipziger Straße 132/133, mietet aber zum Testen der neuen Umgebung zunächst einen Laden in der Leipziger Straße 111.

1896 / 1897
Neubau; luxuriöses Sortiment
Damenkonfektionsabteilung im Kaufhaus mit Schaufensterpuppen

1899 / 1900
Erste Erweiterung in der Leipziger Straße 134/135 (Architekt Messel) mit Lichthof am Eingang

1904
Zweite Erweiterung am Leipziger Platz 12/Voßstraße 25—30. Das Gelände gehört weiterhin der U-Bahn-Gesellschaft, die dort im Untergrund bis 1908 die neue Linie baut und erst nach Fertigstellung 1910 an Wertheim verkauft.

1908
Die neue U-Bahn-Station garantiert dem Kaufhaus hohe Besucherzahlen.

1910
Der Kaiser besucht sonntags das Kaufhaus.

1912
Die Erweiterung Leipziger Straße 126—130 wird eröffnet.

ca. 1915
Wertheim gründet eine Patronentaschenfabrikation als Teil des Einstiegs in die Rüstungsproduktion (Voßstraße).

1923
Auf dem Höhepunkt der Inflation werden Preisangaben schließlich mit immer höheren Faktoren gemacht (z.B. 900x2.000 Reichsmark). Die Rabattmünzen dienen als Notgeld.

1926 / 1927
Dritte Erweiterung Leipziger Platz 13 (Abriss des ehemaligen Kaiserlichen Marineministeriums) /Voßstraße 24—25/Leipziger Straße 131. Das größte Kaufhaus Europas ist entstanden. Im 5. Stock Restaurant mit Aussicht auf den Leipziger Platz.
Das Kaufhaus Wertheim am belebten Leipziger Platz

1928
Die drohende Konkurrenz durch Lafayette am Potsdamer Platz zwingt zum Kauf dortiger Grundstücke, die dafür nötige Finanzierung über Kredite bringt das Unternehmen in große Abhängigkeit von den beteiligten Banken.

1932
Die Banken übernehmen die Macht im Unternehmen und nutzen dies für eine für sie vorteilhafte Kreditgestaltung.

1933
Repressalien gegen das als jüdisch geltende Unternehmen. Jüdische Mitarbeiter werden entlassen, die Aktieninhaber „arisiert“.

1936
Zur Olympiade wird der Druck seitens der Nationalsozialisten gelockert, allerdings sind nur die Konkurrenten Hertie, Karstadt und KADEWE im offiziellen Programmheft mit Anzeigen vertreten.

1937
Einstufung als „Deutsches Unternehmen“ aufgrund der Eigentumsverhältnisse; Platzprobleme durch den Verkauf von Immobilien

1938
Zerstörung und Plünderung während der „Reichskristallnacht“ (Wertheim gilt immer noch als jüdisch); Umbenennung in „AWAG“

1939
Die Kriegswirtschaft führt zu Personalknappheit und Rationierung der Waren.

November 1943
Zerstörungen durch Luftangriff, Verkauf nur noch im Erdgeschoss

1945
Das Kaufhaus Wertheim verlässt den zerstörten Gebäudekomplex, es bleibt ein Lebensmittelgeschäft in der Ruine.
Verwilderter Leipziger Platz mit Denkmal im Gebüsch, dahinter die Ruinen des Wertheim-Kaufhauses.

1948
Enteignung durch den Ostmagistrat wegen Zusammenarbeit mit den Nazis. Das Geschäft wird in eine HO-Filiale (staatliche Handelskette) umgewandelt.

seit 1953
Schrittweise Beseitigung der Ruinen

1988
Beginn der Errichtung von Plattenwohnungsbauten wie in der Wilhelmstraße

1989
Baustopp für den bis zum 1. Obergeschoss gelangten Rohbau der Wohnanlage, die anschließend abgerissen wird.
Technodiskothek „Tresor“ im Untergeschoss der ehemaligen Wertheim-Bank, Leipziger Straße 126.
Die geplante Neubebauung des Grundstückes über der U-Bahn scheitert an der Finanzierung, neuere Bebauungskonzepte sind noch nicht umgesetzt, das Grundstück bietet Platz für wechselnde Zeltbauten usw.



S. Ladwig-Winters, „Wertheim“
Be.Bra, Berlin, 1997

S. Ladwig-Winters, „Wertheim“
LIT, Münster, 1997

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